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KULTURPOLITIK



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23
FEBRUAR
von Thüringer Theaterverband
am 23.02.2012
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BEWIRSCHAFTUNGSRESERVE UND SPARKOMPROMISSE ...

THÜRINGEN. Statt 60 Mio. € Einsparungen sind aktuell nur noch 41 Mio. € (Bewirtschaftungsreserve) gefordert ... Dies ist ein Drittel einer guten Nachricht.

Über den Sparkompromiss in Thüringen berichtet auch das Deutschlandradio Kultur - HIER zu lesen und zu hören [Quelle: dradio.de]

Die Handhabung der - respektive die Betroffenheit von den - dennoch erforderlichen Kürzungen scheinen nun jedoch ganz unsolidarisch in der kulturellen Szene verteilt zu werden. Institutionelle Einrichtungen sind auf Grund des "Bonus der vertraglichen Bindung" per se und bereits im Vorfeld vom Kürzungskonzert verschont. Aus den aktuellen Äußerungen des Thüringer Kultusministers läßt sich schließen, dass auch die als Leuchttürme aufgefassten großen Kulturevents  keine größeren finanziellen Einschnitte zu verkraften haben.
Wo könnte dann aber noch gekürzt werden? Aus fehlendem besseren Wissen heraus (leider fehlen hierzu die offiziellen Verlautbarungen) läßt sich vermuten, dass es dann u.a. noch jene betreffen kann, die als kleinere, freie Kulturprojekte gelten. Vermutlich wird somit die Basiskultur, die Kinder- und Jugendarbeit, das freie, bürgerschaftliche Engagement die Kürzungen zu verkraften haben. Ob sie es verkraften können, kann an dieser Stelle bereits diagnostiziert werden: Nein! Sollte also diese Spekulation sich bewahrheiten, ist mit erheblichen Zusammenbrüchen auf breiter Basis zu rechnen. Die freie Szene, Kinder- und Jugendtheater, soziokulturelle Einrichtungen, soziale Initiativen und Projekte und die Maxime einer "Kultur für Alle" sind damit massiv bedroht.

Gleichsam würde damit auch auf kultureller Ebene dokumentiert, was gesamtgesellschaftlich bereits spürbar ist. Die Entfremdung von den bürgerschaftlichen Wurzeln einer Gesellschaft und die Parallelwelt einer auf Außenwirkung fixierten Elite.

Wir (die freie und basiskulturelle Szene) sind einzeln betrachtet nicht groß, aber wir sind viele. Wir sollten es deshalb im übertragenen Sinne mit Joachim Ringelnatz halten:

"Kinder, ihr müsst euch mehr zutrauen! Ihr lasst euch von Erwachsenen belügen Und schlagen. - Denkt mal: fünf Kinder genügen, Um eine Großmama zu verhauen."

[Mathias Baier]




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